Erste Hilfe

Erste Hilfe

Bauchschmerzen

Meist werden Bauchschmerzen durch eine Darminfektion, mehrtägige Verstopfung, Blähungen, übermäßiges Essen oder verdorbene Lebensmittel hervorgerufen. In solchen Fällen bessern sich Bauchschmerzen bei Einhaltung von Diät und ausreichendem Trinken in der Regel schnell. Der Verdauungstrakt beruhigt und der Stuhlgang normalisiert sich.

Bauchschmerzen können allerdings auch seelisch bedingt sein. Dahinter könnte jedoch auch eine akute Blinddarmentzündung, eine Magenschleimhautentzündung, eine Wurmerkrankung, ein Bruch, eine Darmverschlingung oder andere ernsthafte Erkrankung stecken.

Das Kind sollte dem Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden bei:

  • akuten, schweren Bauschmerzen
  • stark angespannter Bauchdecke
  • schlechtem Allgemeinzustand
  • weiteren Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Durchfall oder Erbrechen
  • schon längere Zeit ohne erkennbare Ursachen bestehenden Bauchschmerzen

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen sind vor allem im Kleinkindalter ein häufig auftretendes Symptom. Ab dem 8. Lebensjahr nimmt die Häufigkeit von Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündungen deutlich ab. Häufig treten Ohrenschmerzen im Rahmen von Luftwegsinfektionen auf.

Bei gleichzeitigem Fieber sollte auf jeden Fall ein Kinder– und Jugendarzt das Kind untersuchen.

Auf keinen Fall sollte das Ohr mit Watte zugestopft werden, hierdurch wird die Belüftung weiter vermindert.

Verbrennungen

Verbrennungen, und besonders Verbrühungen, gehören zu den häufigsten Unfällen im Kindesalter. Das Ausmaß der Verletzung ist abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer.
Folgende Sofortmaßnahmen sind zu ergreifen:

  • Ruhe bewahren – keine Panik.
  • Löschen, Hitzeeinwirkung stoppen
  • umgebende Kleidung entfernen
  • Kühlen, Wunde steril abdecken, Wunde nicht berühren, Brandblasen nicht öffnen; generell sollte jede Brandverletzung bei Kindern einem Arzt vorgestellt werden
  • Notruf (Rettungsleitstelle, Notarzt) bei großflächigen Verbrühungen und Verbrennungen (bei Kindern größer 7 % der Körperoberfläche), zum Vergleich: die Handfläche ist etwa 1 % der Körperoberfläche

Bei einer Verbrennung oder Verbrühung soll die betroffene Stelle sofort gekühlt werden – am besten mindestens zehn Minuten lang unter lauwarmes Wasser halten. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein. Stoff, der mit der Brandwunde verklebt ist, löst sich so gut ab. Ist das nicht möglich, kalte feuchte Tücher (die nicht fusseln) auflegen und häufig wechseln.

Verbrennungsgrade: Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade, deren Symptome sich langsam entwickeln, so dass das tatsächliche Ausmaß anfangs nicht immer eindeutig zu erkennen ist. Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Der Betroffene verspürt einen brennenden, ziehenden Schmerz. Kommt es zur Hautrötung mit starker Schwellung, Blasenbildung und oberflächlicher Zerstörung der Haut mit starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor. Bei Verbrennungen durch heiße Gegenstände oder zum Beispiel Fett bilden sich fast immer Blasen, die Wunde fängt bald an zu nässen. Eine Verbrennung 3. Grades ist gekennzeichnet durch die vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebeschichten bis hin zur Verkohlung. Die Schmerzempfindlichkeit ist durch die Schädigung der Nervenenden stark vermindert. Die Haut wird weiß, es kann sich ein tiefer Schorf bilden.

Wie reagiere ich auf einen Zeckenbiss?

Zecken sollten in jedem Fall sofort entfernt werden. Die Zecke produziert zwar kein Gift, kann aber verschiedene Krankheitserreger übertragen. Die Zecke sollte so komplett wie möglich mit einer Pinzette, Zeckenzange oder Zeckenkarte erfasst und langsam angehoben werden (unter leichtem Zug kurz warten, die Zecke lässt dann meist los).

Wichtig ist, dass Sie nicht an der Zecke ziehen. Dabei würde sich die Zecke stärker im Gewebe verhaken, der Kopf könnte abgetrennt werden. Das Quetschen oder Zerdrücken des Zeckenkörpers sollte ebenfalls unbedingt vermieden werden. Verwenden Sie auf keinen Fall Öl, Klebstoff oder Nagellack.

Verstopfung

Es gibt keine Regel dafür, wie häufig ein Kind Stuhlgang haben sollte. Manche Kinder müssen mehrmals am Tag oder nach jeder Mahlzeit zur Toilette, andere dagegen nur alle 3 bis 4 Tage. Auch bei Säuglingen, die mit Muttermilch ernährt werden, gibt es keine Norm für die Anzahl der Stuhlentleerungen. Zwischen siebenmal am Tag oder einmal in der Woche ist alles möglich. Bei einer Verstopfung ist der Stuhlgang fest. Das Kind hat Angst, auf Toilette zu gehen und hält den Stuhl noch länger zurück – ein Teufelskreis. Eine der häufigsten Ursache ist eine falsche Ernährung. Die Kinder essen zu wenig Gemüse, Obst und Vollkornprodukte und nehmen dadurch zu wenig Ballaststoffe auf. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme verursacht Verstopfung. Bei Säuglingen ist nicht selten die Umstellung von Muttermilch auf Breimahlzeiten bzw. Beikost für die Verstopfung verantwortlich.

Was sollte man tun? Bei Verstopfung haben sich eingeweichtes Trockenobst, Pflaumensaft oder Leinsaat als Hausmittel bewährt.

Um die Verdauung wieder in Gang zu bringen oder einer Verstopfung vorzubeugen sollte das Kind

  • viel trinken (am besten Mineralwasser oder ungesüßte Kindertees
  • ausreichend ballaststoffreiche Nahrung zu sich nehmen (viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte),
  • Bananen, Karotten, Weißbrot, Kuchen u.a. stopfende Lebensmittel meiden,
  • den Verzehr von Süßigkeiten (z. B. Schokolade) wesentlich einschränken,
  • sich ausreichend bewegen, da dies die Darmtätigkeit anregt.

Zahnen bzw. die ersten Zähne

Für einige Säuglinge kann das Zahnen problematisch werden. Mögliche Anzeichen sind Unruhe, Quengeln, Weinen, geschwollenes und stark gerötetes Zahnfleisch, Appetitlosigkeit und vermehrter Speichelfluss. Dieser ist während des Zahnens völlig normal. Der Speichel ist antibakteriell und wundheilungsfördernd und hat somit eine Schutzfunktion. Hilfreiche Maßnahmen sind z. B. die Kieferkamm-Massage, Zahnungshilfen wie ein Beißring, gekühlt (nicht ins Gefrierfach legen). Manchmal besteht auch eine fieberhafte Erkrankung. Bei unklaren oder zunehmenden Beschwerden soll das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden.

Mundsoor bzw. Windelsoor

Im Säuglingsalter ist die Schutzfunktion der Babyhaut und auch der Mundschleimhaut noch nicht vollständig entwickelt. Sie ist somit noch empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.

  • Mundsoor ist der Befall mit einem Hefepilz (Candida). An der Wangenschleimhaut und/oder auf der Zunge befinden sich weißlich-graue anhaftende Beläge, Rötungen und eine samtartige Schwellung der Schleimhaut. Bitte den Kinderarzt aufsuchen.
  • Windelsoor führt zu einer geringen bis starken Rötung der Gesäßhaut. Im Verlauf entstehen Bläschen, Abschürfungen (Erosionen), schmerzhafte Einrisse (Rhagaden) und Defekte. Eine Ausbreitung beginnend vom After oder Genitale kann über den gesamten Windelbereich erfolgen. Begünstigende Faktoren: Feuchtigkeit, Luftabschluss, Reibung durch die Windel. Hautreizung durch Urin und Stuhl. Ernährung des Säuglings (z. B. Fruchtsäuren) oder der stillenden Mutter. Unverträglichkeit gegenüber der Pflegemittel. Bitte den Kinderarzt aufsuchen.